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Eltern können schiefe Zähne vermeiden

Nicht nur die genetische Veranlagung führt zu einem „Schiefstand“ in den Zahnreihen. Auch äußere Einflüsse können in Kindheit und Jugend die Zähne in die falsche Bahn lenken. Viele dieser Risikofaktoren lassen sich jedoch vermeiden.

Kleinkinder und ABC-Schützen sind besonders gefährdet. Das Gebiss ist bei ihnen noch nicht ausgereift und bereits durch leichten aber stetigen Druck kann es zu Fehlstellungen kommen. Häufen sich bestimmte Risikofaktoren, ist die Wahrscheinlichkeit, eine Zahnfehlstellung zu entwickeln, relativ hoch. Im Folgenden hat proDente einige dieser Risikofaktoren zusammengestellt und gibt Tipps, wie sie sich vermeiden lassen.

Stillen oder Fläschchen?

Viele Kinderflaschensauger haben eine Form, die nicht optimal an Mund und Kieferstand des Kindes angepasst ist. Besteht die Möglichkeit, ist ein langes Stillen für die Entwicklung der Kiefer-, Lippen- und Halsmuskulatur wichtig und wirkt sich positiv auf die Zahn- und Kieferstellung aus. Bei der Umstellung auf die Flaschennahrung sollte zu langes Flaschennuckeln vermieden und die Flasche nicht zum Ruhigstellen eingesetzt werden. Für die Zahngesundheit ist der Einsatz einer Schnabeltasse bereits ab einem Alter von sechs Monaten sinnvoll.

Schnuller oder Daumen?

Direkt nach der Geburt ist bei Kindern der Saugreflex vorhanden und für den Säugling lebensnotwendig. Verzichten Eltern auf Schnuller, nehmen Babys häufig den Daumen. Ein Schnuller hat den Vorteil, dass Kinder einfach von ihm entwöhnt werden können. Das sollte spätestens nach dem dritten Lebensjahr geschehen. ProDente empfiehlt einen kieferfreundlichen Schnuller zu benutzen, um den Saugreflex schonend zu befriedigen.

Karies

Auch wenn die Milchzähne nicht bleiben, sind sie wichtig für die Entwicklung des Kiefers und als Platzhalter für die bleibenden Zähne. Kommt es durch Karies bei Milchzähnen zum frühzeitigen Zahnverlust, können diese Lücken von nebenstehenden Zähnen „gefüllt“ werden. Die benachbarten Zähne nähern sich an (Zahnwanderung). Folgen dann die bleibenden Zähne diesem Weg, hat der Zahn meist zu wenig Platz und es kommt zu Fehlstellungen. Bereits die Milchzähne benötigen daher eine gründliche häusliche Zahnpflege und einen regelmäßigen Zahnarztbesuch.

Unfälle

Kommt es durch Unfälle auf dem Spielplatz, beim Sport oder zu Hause beim Toben zum Zahnverlust, sind die Folgen ähnlich der von Kariesbefall wie oben beschrieben. Bei einem Unfall mit Zahnschäden sollte daher umgehend ein Zahnarzt aufgesucht werden. Bei besonders gefährlichen Sportarten wie Hockey, Fußball, Handball oder auch Skateboarden empfiehlt sich das Tragen eines Mundschutzes.

Mundatmung

Ist durch Asthma oder eine andere Erkrankung des Hals-Nasen-Ohren-Bereichs die regelmäßige Atmung durch die Nase eingeschränkt, atmet das Kind vorwiegend durch den Mund. Hierbei fehlt der Druck der Lippen auf die Zähne und die Zähne können sich nach vorne verschieben. In diesem Fall muss die Ursache der Mundatmung mit einem Allgemeinmediziner abgeklärt werden.

Lästige Angewohnheiten mit Folgen

Das Kauen auf Stiften, ständiges Auf-die-Lippe-Beißen oder das Andrücken der Zunge an die Frontzähne können auf Dauer zu Fehlstellungen führen. Auch nächtliches Zähneknirschen bei Stress in der Schule hat Folgen für die Zähne. Um diese „Angewohnheiten“ zu verhindern, sollten Sie Ihr Kind genau beobachten und es auf solche Gewohnheiten aufmerksam machen. Wichtig, um Zahnfehlstellungen zu erkennen und bereits bei Beginn zu behandeln, ist auch der regelmäßige Zahnarztbesuch. Hier können Veränderungen im Kiefer erkannt und behoben werden.