Einzelansicht

Neue Wege mit Kamera

Ein detaillierter Blick auf Zähne und Mundhöhle – was bislang dem Zahnarzt vorbehalten war, ist inzwischen auch für den Patienten zu sehen: Mit der intraoralen Kamera.

Die intraorale Kamera ist eine Digitalkamera in Stiftform. Mit ihr kann der Zahnarzt in der Mundhöhle digitale Fotos in hoher Auflösung machen und sie direkt auf einen Bildschirm übertragen. So erhält der Patient eine „Live-Übertragung“ der Untersuchung oder Behandlung. Dies natürlich nur, wenn er auch möchte.

Live-Bilder erleichtern Diagnose und Behandlung

„Die präzisen Bilder helfen dem Patienten, die vom Zahnarzt vorgeschlagene Therapie zu verstehen und schaffen Transparenz“, erklärt Prof. Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer. „So kann der Patient genau sehen, wo eine Entzündung, Veränderung oder eine versteckte Karies sitzt.“ Der Zahnarzt kann die intraorale Kamera sowohl bei der Diagnose als auch bei der Behandlung einsetzen. Durch die starke Vergrößerung kann er schwierige Diagnosen wie kleinste Defekte an den Zähnen leichter stellen. Während der Behandlung kann der Zahnarzt dem Patienten die einzelnen Behandlungsschritte mit den Bildern auf dem Monitor genau erklären. Wichtig ist diese Kamera auch bei der langfristigen Beobachtung von Schleimhautveränderungen.

Hochauflösende Aufnahmen für passgenauen Zahnersatz

Ebenso vereinfachen die Aufnahmen der Kamera die Zusammenarbeit mit dem Zahntechniker. So können die Bilder digital direkt in ein Dentallabor geschickt werden. Der Zahntechniker erkennt anhand der Aufnahmen der intraoralen Kamera die Schichtung, Oberflächenstruktur und Form der Zähne. Dies erleichtert ihm, passgenauen und ästhetischen Zahnersatz anzufertigen. Nach Eingliederung kann der Patient den neu eingesetzten Zahnersatz mit Hilfe der intraoralen Kamera aus allen Winkeln betrachten.

Veränderungen der Mundschleimhaut abklären

Mit den hochauflösenden Bildern der intraoralen Kamera kann der Zahnarzt auch Veränderungen der Mundschleimhaut, die auf eine Krankheit hindeuten können, dokumentieren. Um diese weiter abzuklären, kann er das Bild des Befundes an die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) senden. Die Experten helfen dem Behandler vor Ort mit einer weiterführenden Verdachtsdiagnose. Dieser Service ist für Mitglieder über die Webseite www.dgzmk.de erreichbar.