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Laser bei der Zahnbehandlung

Immer häufiger fragen Patienten nach dem Einsatz von Lasern in der Zahnarztpraxis. Häufig versprechen sich gerade ängstliche Patienten wahre Wunderdinge von dieser Behandlungsmethode. Nun ist die Lasertechnologie auch in Zahnarztpraxen auf dem Vormarsch. Doch bislang dient der Laser eher der Ergänzung klassischer Methoden, als dass er normale Eingriffe vollständig ersetzt. Aber auch ohne den Laser ist in vielen Zahnarztpraxen mittlerweile eine schonende, wenig Zahnsubstanz kostende Zahnbehandlung das Mittel der Wahl.

Laser in der Diagnose

Ist der Zahnarzt nicht sicher, ob eine Karies vorhanden ist, wird über gezieltes Röntgen hinaus das sogenannte Laserfluoreszenz-Verfahren eingesetzt. Die Technik nutzt das unterschiedliche Reflexionsverhalten von gesunder und kranker Zahnsubstanz. Hierbei wird auch die Tiefe der Karies und die Aktivität der Bakterien gemessen. So kann der Zahnarzt Karies vor allem an schwer einsehbaren Stellen entdecken. Dazu gehören Zahnzwischenräume oder scheinbar noch intakte Zahnschmelzoberflächen. Das Verfahren ist völlig schmerzfrei und ohne Strahlenbelastung.

Laser in der Kariesbehandlung

Ein Einsatzbereich des Lasers ist die Behandlung kleinerer Schäden. Lasergestützte Verfahren ermöglichen es dem Zahnarzt häufig, kleinere Zahnschäden ohne Bohren zu behandeln. Voraussetzung: Die Patienten sollten ihren Zahnarzt zweimal jährlich aufsuchen. Nur so kann eine beginnende Karies frühzeitig erkannt werden. Der schonende Abtrag der Karies als Alternative zum klassischen Bohrer gewinnt zunehmend an Bedeutung. Doch für einen weiter gehenden Einsatz fehlen noch Studien- und Forschungsergebnisse.

Laser in der Parodontitisbehandlung

Eine der Herausforderungen in der Zahnmedizin ist die Gefährdung durch Parodontitis. Die in der Bevölkerung weitverbreitete Entzündung des Zahnhalteapparates führt unbehandelt zum Zahnverlust durch die Zerstörung des Zahnhalteapparates und des Kieferknochens. Parodontitis kann in jeder Altersklasse auftreten, betrifft jedoch häufig über 40-jährige Patienten. Grundlage einer Parodontitisbehandlung ist die regelmäßige professionelle Zahnreinigung. Der Zahnarzt oder seine Prophylaxe-Fachkraft entfernen alle bakteriellen Beläge von den Zahnoberflächen und im Übergangsbereich von Zähnen und Zahnfleisch.

Haben sich schon Zahnfleischtaschen gebildet, werden auch harte und weiche Beläge im Rahmen einer systematischen Parodontitisbehandlung in diesen Taschen von der Wurzeloberfläche entfernt. Der konventionelle Einsatz von Hand- und Ultraschallinstrumenten ist bei der Entfernung dieser Ablagerungen nach wie vor das Mittel der Wahl. Inzwischen existieren Ultraschall- und Laserverfahren für die Parodontitistherapie, die in der Lage sind, Ablagerungen in den Taschen aufzuspüren und diese gezielt zu entfernen. Studien belegen, dass mit dem Laserverfahren eine die Zahnsubstanz schonende Reinigung der Wurzeloberfläche möglich ist.

Nachsorge wichtig

„Langfristig ist eine Parodontitisbehandlung jedoch nur erfolgreich, wenn auch im Anschluss daran erneute Entzündungen vermieden werden. Dazu müssen die sensiblen Bereiche im Übergang von Zahnfleisch und Zahn regelmäßig gründlich gereinigt werden“, erklärt Dr. Oesterreich, ProDente-Experte und Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer. Zwei Dinge sind entscheidend: die Anleitung des Patienten durch den Zahnarzt zu einer effektiven häuslichen Zahn- und Mundhygiene. „Dazu sollte eine regelmäßige Betreuung durch ein entsprechend geschultes Team in der Zahnarztpraxis kommen, da sonst die Erkrankung häufig erneut auftritt“, so Dr. Oesterreich. Ein weiterer Risikofaktor: Das Rauchen sollte unbedingt vermieden werden.