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Interview „Funktionsanaylse ist wichtiges Diagnose-Instrument“

In den letzten Jahren hat die Funktionsanalyse Einzug in die Praxen der Zahnärzte und Kieferorthopäden gehalten. Sie überprüft das Zusammenwirken von Zähnen, Muskulatur und Kiefergelenk. „Damit ist sie ein unersetzliches Instrument für die Erkennung von funktionellen Störungen des Zahn-, Mund- und Kieferbereiches. Insbesondere bei der Planung und Herstellung von umfangreichen Zahnersatzkonstruktionen und für die ‚Umstellung‘ von Zähnen bei kieferorthopädischen Maßnahmen ist sie sehr wichtig geworden“, erklärt Zahnarzt Dr. Dietmar Oesterreich in einem Gespräch mit proDente.

Worin liegt nun der Unterschied zwischen der klinischen und instrumentellen Funktionsanalyse?

Ziel der klinischen Funktionsanalyse ist es, genauere Informationen über das Wechselspiel von Zähnen, Muskeln und Kiefergelenk zu erhalten. Dabei sollen mögliche krankmachende Veränderungen herausgefunden werden. Die instrumentelle Funktionsanalyse dient dann der weiteren Diagnostik und Analyse von Fehlfunktionen, zum Beispiel der Fehlstellung von Zähnen. Dafür sind entsprechende Abdrücke des Kiefergelenks erforderlich.

Es heißt, dass durch die Funktionsanalyse Zahn- und Kieferverhältnisse exakt ermittelt werden. Ist das richtig?

Ja, genau. Die Ergebnisse der Funktionsanalyse schaffen die Voraussetzungen für einen optimalen Behandlungserfolg. Liegen bereits Kiefergelenksbeschwerden, Muskel- oder Gesichtsschmerzen und stressbedingte Verspannungen vor, hilft die Funktionsanalyse, die Ursachen dieser Beschwerden zu finden. Entsprechend den Untersuchungsergebnissen kann dann z.B. mit einer Aufbissschiene Abhilfe geschaffen werden. Außerdem ist es aufgrund der ermittelten anatomischen und funktionellen Gegebenheiten möglich, eventuellen Belastungsschäden vorzubeugen.

Wird die Funktionsanalyse von der Krankenkasse bezahlt?

Funktionsanalytische Maßnahmen sind nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen enthalten. Aus diesem Grund werden diese diagnostischen Befunderhebungen nach der amtlichen „Gebührenordnung für Zähnärzte“ (GOZ) abgerechnet und als Privatleistung in Rechnung gestellt.