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Für Zahnarzt und Patient: Ausreden tut gut

Bereits im Altertum war bekannt, dass eine vertrauensvolle Arzt-Patienten-Beziehung eine heilsame Wirkung haben kann. Seit den 1970er Jahren gibt es patientenzentrierte Ansätze auch in der modernen Medizin. Aber wie verläuft heute ein erfolgreiches Arzt-Patienten-Gespräch?

Für den Zahnarzt bedeutet der Aufbau eines vertrauensvollen Arzt-Patienten-Verhältnisses zunächst, dass er Zeit und Aufmerksamkeit in seine Patienten investieren muss. Studien belegen den nachhaltigen Erfolg eines partnerschaftlichen Modells. Der Patient übernimmt dabei für seinen Gesundheitszustand Verantwortung wirkt aktiv bei der Heilung mit. Diese Haltung - auch als „Compliance“ bezeichnet -steigert die Zufriedenheit der Patienten und verbessert die Behandlungserfolge.

Die Wirkung für den Zahnarzt ist ebenso positiv: der Zahnarzt muss Entscheidungen nicht alleine tragen, es gibt dadurch weniger Komplikationen. Langfristig sorgt das für eine starke Patientenbindung, was Statistiken belegen: 90 Prozent der Patienten in Deutschland bleiben ihrem Zahnarzt treu, über 40 Prozent haben ihren Zahnarzt über Weiterempfehlungen gefunden.

Was kann ich für Sie tun?

Egal ob Erstkontakt oder Beratungsgespräch, eine gute therapeutische Beziehung setzt Offenheit von Zahnarzt und Patient und die Bereitstellung von Informationen voraus. Steht eine zahnärztliche Behandlung an, partizipieren beide Teilnehmer am Entscheidungsprozess und legen die Therapie gemeinsam fest. Bei der als „Shared Decision Management“ (Partizipative Entscheidungsfindung) bekannten Methode hat der Zahnarzt die Aufgabe, die Therapiemöglichkeiten ausführlich zu erläutern und eine gemeinsame Entscheidungsfindung zu unterstützen.

Unter vier Augen

Der Rahmen eines Beratungsgesprächs ist zunächst asymmetrisch, was am Umfeld und an der Diskrepanz zwischen Experten- und Laienwissen liegt. Um ein Gleichgewicht herzustellen, übernimmt der Zahnarzt die Rolle des medizinischen Beraters: Er bezieht den Patient in die Behandlung mit ein, erfragt seine Erwartungen an die Behandlung und kommt somit seinem Wunsch nach Selbstbestimmung nach. Für einen vertrauten Gesprächsrahmen ist es wichtig, dass Arzt und Patient ungestört sind und der Patient sich während des gesamten Aufenthaltes in der Praxis wohlfühlt. Der Zahnarzt positioniert sich auf Augenhöhe mit seinem Patienten und signalisiert durch Mimik, Gestik, Zuhören und umfassende Erklärung seine Aufmerksamkeit und Wertschätzung.

Wir schaffen das: Compliance

Das individuelle Patientenverhalten hat einen maßgeblichen Einfluss auf den Erfolg von Behandlungen. Um eine Verhaltensveränderung zugunsten von verbesserter Mundhygiene und -gesundheit bei einem Patienten herbeizuführen, ist vor allem Motivation notwendig. Die erreicht der Zahnarzt neben Aufklärung durch seine Zuwendung. Dabei sind Mitgefühl und Akzeptanz für die persönliche Situation des Patienten wichtig. Außerdem stärkt er das Selbstvertrauen seines Patienten, indem er ihm seine Erfolgserlebnisse demonstriert.