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Behandeln nach Zahlen

Wenn der Zahnarzt während der Untersuchung zweistellige Nummern von sich gibt, klingt das für den Patienten zumeist mysteriös. Was genau verbirgt sich hinter dieser geheimnisvollen Sprache?

Das intakte Gebiss eines Erwachsenen umfasst zusammen mit den vier Weisheitszähnen im Normalfall 32 Zähne. Je nach Funktion haben die Zähne unterschiedliche Bezeichnungen:

  1. Schneidezähne,
  2. Eckzähne,
  3. Backenzähne,
  4. Mahlzähne.

Da von jeder Sorte Zahn jedoch mehrere Exemplare im Mund vorhanden sind, fällt die Identifizierung durch die Namen allein schwer. Hier kommt das sogenannte Zahnschema ins Spiel, das jedem Zahn eine entsprechende zweistellige Nummer zuweist.

Der Kiefer besteht aus vier Quadranten

Diese „Gebissformel“ teilt unseren Kiefer mit der ersten Ziffer in vier Quadranten (latein. quadrans „Viertel“) ein. Dabei geht man vom Blickwinkel des Patienten aus:

  • der rechte Oberkieferquadrant erhält die Ziffer 1,
  • der linke Oberkieferquadrant die Ziffer 2,
  • der linke Unterkiefer die Ziffer 3 und
  • der rechte Unterkiefer die Ziffer 4.

Die zweite Zahl identifiziert den Zahn

Die zweite Ziffer benennt den einzelnen Zahn innerhalb des Quadranten.
Dabei wird immer vom mittleren Scheidezahn aus nach hinten gezählt. Der mittlere Schneidezahn bekommt die Ziffer 1, der seitliche Schneidezahn die Nummer 2, der Eckzahn die Nummer 3 usw. bis hin zum Weisheitszahn mit der Nummer 8. Die Kombination der beiden Nummern, die bei der Aufzählung stets als einzelne Ziffern genannt werden, ergibt dann die genaue Position eines Zahnes.

Der 1. Backenzahn im Oberkiefer links – immer aus der Perspektive des Patienten gesehen – hätte demnach die Bezeichnung zwei vier.
Dieses Schema der „Fédération Dentaire Internationale“ (FDI) wird in Deutschland einheitlich verwendet. Damit lassen sich Schäden, Veränderung und Reparaturen am Gebiss eindeutig dokumentieren und verfolgen.