Hilft zukünftig der Computer?
Patienten wissen oft nicht, wie und warum sie behandelt werden. So konnten 27 Prozent der Patienten nicht sagen, welches Organ bei Ihnen operiert wurde. 44 Prozent konnten das Ziel und die Schritte eines chirurgischen Eingriffs nicht nachvollziehen, das belegt eine Studie (“How informed is signed consent?, 1988). In einer anderen Studie (Informed consent, 1994) hatten 54 Prozent der Patienten die Erläuteriungen des Arztes nicht völlig verstanden, obwohl sie eine Einverständniserklärung unterschrieben hatten.
Zwar liegen für den zahnmedizinischen Bereich derartige Studien noch nicht vor, doch werden die Forschungs-Ergebnisse aus der Allgemeinmedizin auch im Dentalbereich diskutiert. Allgemein gilt: Aktive, informierte und aufgeklärte Patienten werden schneller wieder gesund oder können besser mit einer Krankheit umgehen („Patient perception of involvement in medical care: relationship to illness attitudes and outcomes“, 1989) . Aufgeklärte Patienten, die aktiv an einer Behandlung mitarbeitenden, brauchen dafür umfassende und verständliche Informationen, die auch für Laien verständlich sind.
Multimediaangebote und das Internet spielen neben Informationsbroschüren eine immer wichtigere Rolle. Doch der Einsatz von Technik muss mit interaktiven Elementen kombiniert werden. Beides zusammen ist die Grundlage für das persönliche Gespräch mit dem Zahnarzt.
Die Zukunft: Computer-Aided-Patient-Support (CAPS)
In Zukunft wird der Computer und die zunehmende Vernetzung durch das Internet eine ständig wachsende Bedeutung bekommen. Ein Blick in die Zukunft: Frau Meier bemerkt seit einigen Tagen einen regelmäßigen Schmerz Schmerz
Die Schmerzempfindung wird durch Schmerzreize (Kälte, Hitze, Stress
) ausgelöst, von Schmerzrezeptoren aufgenommen und über sensible Nervenfasern dem Gehirn zugeleitet. Allen Schmerzreizen gemeinsam ist eine Gewebeirritation, bei der körpereigene Stoffe (Histamin, Wasserstoffionen, Serotonin usw.) freigesetzt werden, die die Erregung der Schmerzrezeptoren - welche auch bei häufigen Reizungen nicht abstumpfen - herbeiführen. Man unterscheidet den gut lokalisierbaren Oberflächenschmerz (z.B. Zahnschmerzen), den ungenau lokalisierbaren, dumpfen Tiefenschmerz (nach Prellungen o. Quetschungen, Kopfschmerz usw.) und den zu Krämpfen neigenden Eingeweideschmerz (Herz, Darm, Gallenblase) sowie akute und chronische Schmerzzustände. Eine Sonderform stellt der Phantomschmerz dar. Starke schmerzhafte Vorgänge sind mit vegetativen Begleiterscheinungen verbunden, die sich in Blässe, Schweißausbrüchen, Erweiterung der Pupillen, Blutdruckschwankungen bis hin zum Kollaps äußern können.
im oberen Halswirbelbereich. Da die Schmerzen zunehmen und sie immer schlechter schläft, will Sie einen Arzt konsultieren. Sie setzt sich an ihren Computer und besucht die CAPS-Seite (Computergestüzte Patienteninformation) im Internet.
Sie kann dort auf einem elektronischen Fragebogen ihre Beschwerden eingrenzen und bekommt vom System die für Frau Meier überraschende Empfehlung, einen Zahnarzt aufzusuchen. Da Sie schon über positive Erfahrungen mit dem CAPS-System verfügt, folgt Sie dieser Empfehlung. Das Informationsangebot listet ihr zugleich Zahnärzte in Ihrer Nähe und deren Tätigkeitsschwerpunkte auf. Sie kann mit einem Klick die Webseite eines Zahnarztes ansteuern und automatisch einen Termin vereinbaren. Von dieser Zukunftsvision versprechen sich Experten einen effizienten Umgang mit Krankheitssymptomen sowohl aus der Sicht der behandelnden Ärzte als auch der Patienten. Experten schätzen, dass erste Informationssysteme in rund 10 Jahren zur Verfügung stehen.
