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Mögliche Gefahren bei Implantaten

Die Zahnmedizin optimiert die Implantattherapie immer weiter. Dabei steigt der Komfort für Patienten bei gleichzeitig abnehmenden Komplikationen. Die Implantation an sich ist in der Regel unkompliziert und wird ambulant bei lokaler Betäubung durchgeführt. Dennoch gibt es Risiken, die der Patient bei seiner Entscheidung in Betracht ziehen sollte.

Die Zahnmedizin unterscheidet hierbei zwei Arten von Risiken. Auf der einen Seite stehen die Komplikationen, die während des Eingriffs entstehen können (intraoperative Komplikationen), auf der anderen Seite die Störungen, die den Heilungsverlauf in der Zeit nach dem Eingriff beeinflussen können (postoperative Komplikationen).

Intraoperative Komplikationen

Nervverletzung

Für die Behandlung am Unterkiefer besteht die Gefahr, den dort verlaufenden Nervast zu verletzen. Dies kann zu einem Taubheitsgefühl im Kinn-Lippen-Bereich führen. Allerdings ist dieses Risiko prinzipiell bei entsprechend sorgfältiger Voruntersuchung sehr gering.

Zahnverletzung

Eine weitere Gefahr besteht in der Verletzung der Zahnwurzeln benachbarter Zähne. Dies ist vor allem der Fall, wenn die zu füllende Zahnlücke sehr eng ist. Auch hierbei handelt es sich lediglich um ein Risiko, welches zwar genannt werden muss, bei vorhandener Sorgfalt des Behandelnden jedoch fast vollkommen auszuschließen ist.

Blutungen

Wie bei jedem operativen Eingriff kann es auch bei einer Implantation zu Blutungen kommen. Generell ist bei Störungen der Blutgerinnung von stärkeren Blutungen während des Eingriffs auszugehen. Dieser Umstand kann zum Beispiel durch die Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS) begünstigt werden. Daher sollte die Einnahme solcher Medikamente in Abstimmung mit dem Hausarzt, sofern nicht notwendig, vor dem Eingriff vermieden werden.

Postoperative Komplikationen

Neben den intraoperativen Komplikationen, die in der Regel eher selten vorkommen, bestehen Risiken für Komplikationen, die während des drei- bis sechsmonatigen Heilungsverlaufs (Einheilung) auftreten können. Einige dieser Komplikationsrisiken können Patienten über eine sorgfältige Mundhygiene reduzieren.

Frühkomplikationen

Hierzu zählen die Risiken, die mit jedem operativen Eingriff einhergehen. Zu nennen sind unter anderem: Wundheilungsstörungen, Wundinfektionen, Schwellungen sowie postoperative Blutungen.
Solche Frühkomplikationen können in seltenen Fällen zu einer Entzündung am Implantat führen, die einen Implantatsverlust zur Folge haben kann. Dieses Szenario ist jedoch unter normalen Voraussetzungen und bei Befolgung der Zahnpflegeinstruktionen des Zahnarztes unwahrscheinlich.

Spätkomplikationen

Spätkomplikationen können im weiteren Verlauf der Heilungsphase auftreten. Hierbei kann es passieren, dass das Implantat aufgrund einer Entzündung nicht richtig einheilt und schlimmstenfalls wieder entfernt werden muss. Ein erhöhtes Risiko besteht für starke Raucher, da sich die Inhaltsstoffe einer Zigarette grundsätzlich schädlich auf jeglichen Wundheilungsprozess auswirken. Auch mangelnde Mundhygiene ist häufig ein Grund für Komplikationen, da Entzündungen begünstigt werden.

Generell können Patienten einer Implantation jedoch beruhigt entgegensehen. Wird in der Voruntersuchung festgestellt, dass der Kieferknochen intakt ist und somit für einen Eingriff infrage kommt, und folgt man in der Zeit nach der Operation den empfohlenen Hygienehinweisen, steht einer erfolgreichen Einheilung des Implantates nichts im Wege.