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Warum Anästhesie manchmal versagt

Trotz der hohen Sicherheit bei der lokalen Betäubung: Manchmal wirkt die Anästhesie nicht. Dahinter verbergen sich vielfältige Ursachen.

Doch was heißt eingeschränkte Wirkung? Zahnmediziner verstehen darunter sowohl einen verzögerten Wirkungseintritt von 2 Minuten als auch ein bis zu 4 Stunden anhaltendes „taubes Gefühl“. Hinzu kommen in sehr seltenen Fällen Schädigungen der Nerven oder unbeabsichtigte Aufbissverletzungen. Zwar sind diese Probleme bei der sogenannten Einzelzahnanästhesie (intraligamentären Anästhesie) deutlich geringer. Doch diese in letzter Zeit häufiger verwendete Methode kann nicht bei krankhaften Zahnfleischtaschen oder chirurgischen Eingriffen eingesetzt werden.

Die Gründe für eine nicht optimal erfolgte Betäubung sind vielfältig. Relativ selten sprechen Patienten auf das Lokalanästhetikum selbst nicht an. Vielmehr sind häufiger folgende Ursachen verantwortlich:

  • fehlerhafte InjektionstechnikAnomalien im Verlauf des Nervs. Diese nicht vorhersehbaren Probleme lassen sich durch nachanästhesieren in benachbarte Gebiete kompensieren
  • Injektion in ein entzündetes Gebiet. Hier neutralisiert der Körper –  bedingt durch das saure Milieu jeder Entzündung – das Betäubungsmittel
  • individuell ausgeprägte Knochendicke
  • psychische Faktoren
  • Biorhythmus: Der Körper reagiert je nach Tageszeit unterschiedlich schmerzempfindlich
  • Genussmittel insbesondere Kaffee können Auswirkungen auf die Narkose-Wirkung haben

Hilfe durch Kommunikation

Häufig kann dem Phänomen durch ein intensives Gespräch mit dem Zahnarzt der Garaus gemacht werden. Ein Beispiel: Besonders im Kopfbereich werden trotz der lokalen Betäubung durch die Knochenleitung Geräusche hörbar übertragen und Manipulationen über Muskel- und Gelenkrezeptoren spürbar, was fälschlicherweise oft als Schmerz interpretiert wird. Es ist ein Lernprozess, dass es sich bei diesem Erleben nicht um Schmerz handelt.
Trotz der hohen Sicherheit bei der Lokalanästhesie muss sich die Zahnmedizin einem besonderen Phänomen stellen – der manchmal mangelnden Wirkung der Anästhesie. Dahinter verbergen sich vielfältige Ursachen.

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