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Vielfältige Formen der Betäubung

Für viele Menschen ist die Zahnbehandlungsangst untrennbar mit der Furcht vor einer Spritze verknüpft. Diese Angst ist eigentlich unbegründet. Heute stehen den Patienten eine Reihe moderner Betäubungen zur Verfügung.

Auf welche Weise sie in der Zahnarztpraxis eingesetzt werden erläutert die Broschüre „Anästhesie“. Zu beziehen unter www.prodente.de im Bereich Service > Broschüren > Beilagen oder über die Bestellhotline 01805-55 22 55.

Oberflächenanästhesie

Abhängig von der gewählten Behandlung werden vier verschiedene Arten der Lokalanästhesie unterschieden. Die Oberflächenanästhesie – beispielsweise mit einem Spray – dient dazu, die Schleimhaut an der Oberflächliche zu betäuben, um damit vor allem bei Kindern den Einstichschmerz der nachfolgenden Spritze zu reduzieren.

Infiltrationsanästhesie

Mit der Infiltrationsanästhesie (terminale Anästhesie) soll in der Umgebung der Einstichstelle der Schmerz ausgeschaltet werden. Die Anästhesielösung kann in den Knochen eindringen und damit die Zähne betäuben. Dies funktioniert allerdings nur in Bereichen, in denen die Knochenschicht nicht zu dick ist. Dazu zählen der gesamte Oberkiefer und der Frontzahnbereich des Unterkiefers.

Leitungsanästhesie

Soll der Seitenzahnbereich des Unterkiefers oder ein größerer Bereich betäubt werden, kommt die Leitungsanästhesie zum Einsatz. Hier wird das Anästhetikum in die Nähe des Nervs gespritzt, der den entsprechenden Kieferbereich versorgt. Mit beginnender Wirkung wird die Unterlippe und häufig auch die Zungenhälfte der entsprechenden Seite taub.

Intraligamentäre Anästhesie

Bei der intraligamentären Anästhesie wird mithilfe einer sehr dünnen Nadel und einer speziellen Spritze direkt zwischen dem Zahn und seinem Knochenfach eingespritzt. Dies kann nötig werden, wenn mit Betäubungsarten keine völlige Schmerzfreiheit hergestellt werden kann. Daneben existieren eine Reihe von Verfahren, deren Bekanntheitsgrad noch nicht so hoch ist oder die nur von Spezialisten angeboten werden.

Analgosedierung

Bei dieser Form der Anästhesie behält der Patient das Bewusstsein, spürt aber dennoch keinen Schmerz. Die Analgosedierung schaltet den Schmerz mittels einer Injektion in den Arm aus. Der Patient reagiert auf physische Reize und die Ansprache des Behandlers, obwohl er sich in einem schlafähnlichen Zustand befindet. Da die Analgosedierung den Schmerz nicht verhindert, sondern lediglich das Empfinden beeinflusst, bleibt eine örtliche Betäubung, die Lokalanästhesie, meist unvermeidlich. Nach einer solchen Behandlung hat der Patient wie unter Hypnose keine unangenehme Erinnerung an die Behandlung.

Mind-machines

Eine in erster Linie entspannende Wirkung geht von den sogenannten Mind-machines aus. Das sind elektronisch gesteuerte Programme, die mittels einer Leuchtdiodenbrille einen hypnoiden Zustand erzeugen. Während der Behandlung können Mind-machines in vielen Fällen die Hypnose ersetzen. Ihr Einsatz ist in der Regel mit keinerlei zusätzlichen Kosten verbunden.

Hypnose

Immer beliebter wird gerade bei Patienten mit Zahnbehandlungsangst die Zahnbehandlung unter Hypnose. Entsprechend der Definition der Deutschen Gesellschaft für Zahnärztliche Hypnose (DGZH) ist mit dieser Methode eine zumindest schmerzgeminderte Zahnbehandlung in fast allen Fällen möglich. Sie soll bei etwa 90 Prozent der Bevölkerung anwendbar sein. Da sie jedoch nur in Tiefentrance und lediglich bei etwa 10 Prozent der Patienten eine völlige Schmerzfreiheit herstellen kann, ist in den übrigen Fällen eine kombinierte Behandlung mit Beruhigungsmitteln angeraten. Bei Trance oder Hypnose handelt es sich um die geistige Beeinflussung eines seelischen oder körperlichen Zustandes.

Sie kann durch Selbst- oder auch Autohypnose sowie Fremdhypnose durch einen sogenannten Hypnotiseur von außen erfolgen. Dabei wird der rationale Teil des Gehirns abgeschaltet, wobei alles, was unangenehm ist, ausgeblendet und Erholung sowie ein beschleunigter Heilungsprozess gefördert werden. Vor der zahnärztlichen Behandlung unter Hypnose finden in der Regel 2 bis 3 Lehrhypnosen statt, in denen die Vertiefung in die Trance geübt wird. Der Erfolg einer Hypnose hängt wesentlich von der Mitwirkung des Patienten ab und kann theoretisch bei jedem angewendet werden, der bereit ist, sie zuzulassen.

Vollnarkose

Neben einer örtlich begrenzten Anästhesie, deren Injektion mithilfe kleinster Nadeln kaum spürbar ist, verlangen einige Patienten, die an einer schnellen Zahnbehandlung interessiert sind, eine Vollnarkose. Vor einer geplanten Narkose-Behandlung werden von einem Facharzt für Anästhesie die nötigen Voruntersuchungen durchgeführt. Da nach der Narkose die Teilnahme am Straßenverkehr verboten ist, sollte für Begleitung oder eine Fahrgelegenheit gesorgt werden. Am Folgetag sollte dem Körper Ruhe gegönnt werden.

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