Fehlstellungen werden auch operativ behoben
Studien belegen: Je regelmäßiger die Gesichtszüge sind, desto mehr entsprechen sie unserem Sinn für Harmonie. Dabei spielen Mund und Kieferpartie eine wichtige Rolle. Bei Menschen, die unter einer ausgeprägten Fehlstellungen des Kiefers leiden, wirken die Proportionen der unteren Gesichtshälfte unharmonisch. Neben den ästhetischen Aspekten leiden sie oft unter Störungen beim Kauen, Sprechen und Schlucken oder unter Kopfschmerzen.
Die wenigsten wissen, dass die moderne Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie heute mit wenig belastenden Eingriffen helfen kann. Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen (MKG) haben ein abgeschlossenes Studium sowohl in der Zahnmedizin als auch in der allgemeinen Medizin. Durch die langjährige Ausbildung (über 15 Jahre) ist der MKG-Chirurg im Gebiet der chirurgischen Korrektur hoch spezialisiert. Ein Fehlbiss weißt folgende Merkmale auf: ein Kiefer steht zu weit vor oder zurück, das Kinn scheint zu lang oder zu kurz geraten und die Zahnreihen greifen nicht richtig ineinander. Der Zusammenbiss der Zähne ist dadurch gestört und kann vielfältige negative Folgen haben: So kann das Kauen erschwert oder die Nasenatmung eingeschränkt werden. Langfristige Folgen sind außerdem oftmals verspannte Kiefer- und Nackenmuskeln.
Kieferknochen werden zurecht gerückt
In vielen Fällen hilft die kieferorthopädische Korrektur der Zahnbögen nicht aus. Der oder die Kieferknochen müssen zusätzlich chirurgisch verlagert werden. Dabei werden erforderliche Hautschnitte vom MKG-Chirurgen im Mundinneren ausgeführt, damit später keine sichtbaren Narben verbleiben. Durch die kleinen Zugänge präpariert der Chirurg den Knochen und stellt ihn in die anatomisch korrekte Position. So kann z.B. ein vor- oder zurückstehender Ober- bzw. Unterkiefer nach vorne oder nach hinten verlagert werden. Ebenso lassen sich Höhe und Breite der Kiefer verändern. Abschließend wird der Knochen mit kleinen Titanplättchen und –schrauben fixiert. Der Mund kann nach dem Eingriff sofort wieder geöffnet werden - Sprechen und Essen sind also möglich.
Mehr Platz für die Zähne
Die sogenannte „Distraktionsosteogenese“ kommt zum Einsatz bei einem zu engen Kiefer, in welchem die 16 Zähne einer Zahnreihe nicht genügend Platz finden. Diese Methode beruht auf der Beobachtung, dass durch langsame Dehnung an einem durchtrennten Knochen die Knochenneubildung in so starkem Maße angeregt werden kann, dass eine Verlängerung um mehrere Zentimeter möglich wird. Die Knochenneubildung ermöglicht eine kleine Apparatur, welche in eine zuvor angelegte Fuge des Kieferknochens eingesetzt wird und den Kiefer sanft, aber kontinuierlich über mehrere Wochen aufdehnt. Ähnlich wie bei der Heilung eines Bruchs entsteht dabei neues Knochengewebe, das nach etwa drei Monaten genauso stabil ist wie der übrige Kieferknochen. Da Muskeln, Gefäße und Nerven mitwachsen, wird im Ergebnis auch eine wesentliche ästhetische Optimierung dieses Gesichtsbereichs erreicht. Eine chirurgische Korrektur der Kiefer ist immer mit einer kieferorthopädischen Behandlung gekoppelt, wodurch die Zähne auch in die richtige Position gebracht werden. Jeder Eingriff seitens eines Kieferchirurgen findet in enger Abstimmung und Zusammenarbeit mit dem Kieferorthopäden, bzw. dem Zahnarzt statt.
3.481 Zeichen, Beleg erbeten, © proDente e.V. (Stand: November 2008)


