Vielfältige Formen der Betäubung
Für viele Menschen ist die Zahnbehandlungsangst untrennbar mit der Furcht vor eine Spritze oder der generellen Unsicherheit in Bezug auf eine Betäubung verknüpft. Diese Angst ist eigentlich unbegründet. Heute stehen den Patienten eine Reihe moderner und unterschiedlicher Verfahren zur Verfügung.
Neben einer örtlich begrenzten Anästhesie, deren Injektion mit Hilfe kleinster Nadeln kaum spürbar ist, verlangen einige Patienten, die an einer schnellen Zahnbehandlung interessiert sind, eine Vollnarkose. Vor einer geplanten Narkose-Behandlung werden von einem Facharzt für Anästhesie die nötigen Voruntersuchungen durchgeführt. Da nach der Narkose die Teilnahme am Straßenverkehr verboten ist, sollte für Begleitung oder eine Fahrgelegenheit gesorgt werden. Am Folgetag sollte dem Körper Ruhe gegönnt werden.
Oberflächenanästhesie
Abhängig von der gewählten Behandlung werden vier verschiedene Arten der Lokalanästhesie unterschieden. Die Oberflächenanästhesie – beispielsweise mit einem Spray – dient dazu, die Schleimhaut an der Oberflächliche zu betäuben, um damit vor allem bei Kindern den Einstichschmerz der nachfolgenden Spritze zu reduzieren.
Infiltrationsanästhesie
Mit der Infiltrationsanästhesie (terminale Anästhesie) soll in der Umgebung der Einstichstelle der Schmerz ausgeschaltet werden. Die Anästhesielösung kann in den Knochen eindringen und damit die Zähne betäuben. Dies funktioniert allerdings nur in Bereichen, wo die Knochenschicht nicht zu dick ist. Dazu zählen der gesamte Oberkiefer und der Frontzahnbereich des Unterkiefers.
Leitungsanästhesie
Soll der Seitenzahnbereich des Unterkiefers oder ein größerer Bereich betäubt werden, kommt die Leitungsanästhesie zum Einsatz. Hier wird das Anästhetikum in die Nähe des Nerven gespritzt, der den entsprechenden Kieferbereich versorgt. Mit beginnender Wirkung wird die Unterlippe und häufig auch die Zungenhälfte der entsprechenden Seite taub.
Intraligamentären Anästhesie
Bei der Intraligamentären Anästhesie wird mit Hilfe einer sehr dünnen Nadel und einer speziellen Spritze direkt zwischen dem Zahn und seinem Knochenfach eingespritzt Dies kann nötig werden, wenn mit Betäubungsarten keine völlige Schmerzfreiheit hergestellt werden kann. Daneben existieren eine Reihe von Verfahren, deren Bekanntheitsgrad noch nicht so hoch sind oder aber nur von Spezialisten angeboten werden.
Analogsedierung
Bei dieser Form der Anästhesie behält der Patient das Bewusstsein, spürt aber dennoch keinen Schmerz. Die Analogsedierung schaltet den Schmerz mit Hilfe einer Injektion in den Arm aus. Der Patient reagiert auf physische Reize und die Ansprache des Behandlers, obwohl er sich in einem schlafähnlichen Zustand befindet. Da die Analogsedierung den Schmerz nicht verhindert, sondern lediglich das Empfinden beeinflusst, bleibt eine örtliche Betäubung, die Lokalanästhesie, meist unvermeidlich. Nach einer solchen Behandlung hat der Patient wie unter Hypnose keine unangenehme Erinnerung an die Behandlung.
Mind-machines
Eine in erster Linie entspannende Wirkung geht von den so genannten Mind-machines aus. Das sind elektronisch gesteuerte Programme, die mittels einer Leuchtdioden-Brille einen hypnoiden Zustand erzeugen. Während der Behandlung können Mind-machines in vielen Fällen die Hypnose ersetzen. Ihr Einsatz ist in der Regel mit keinerlei zusätzlichen Kosten verbunden.
Hypnose
Immer beliebter wird gerade bei Patienten mit Zahnbehandlungsangst die Zahnbehandlung in Hypnose. Entsprechend der Definition der Deutschen Gesellschaft für Zahnärztliche Hypnose (DGZH) ist mit dieser Methode eine zumindest schmerzgeminderte Zahnbehandlung in fast allen Fällen möglich. Sie soll bei etwa 90 Prozent der Bevölkerung anwendbar sein. Da sie jedoch nur in Tiefentrance und lediglich bei etwa 10 Prozent der Patienten eine völlige Schmerzfreiheit herstellen kann, ist in den übrigen Fällen eine kombinierte Behandlung mit Beruhigungsmitteln angeraten. Bei Trance oder Hypnose handelt es sich um die geistige Beeinflussung eines seelischen oder körperlichen Zustandes.
Sie kann durch Selbst- oder auch Autohypnose oder Fremdhypnose durch einen so genannten Hypnotiseur von außen erfolgen. Der rationale Teil des Gehirns wird dabei abgeschaltet und alles, was unangenehm ist, ausgeblendet sowie Erholung und ein beschleunigter Heilungsprozess gefördert. Vor der zahnärztlichen Behandlung in Hypnose finden in der Regel 2 bis 3 Lehrhypnosen statt, in denen die Vertiefung in die Trance geübt werden.
Der Erfolg einer Hypnose hängt wesentlich von der Mitwirkung des Patienten ab und kann theoretisch bei jedem angewendet werden, der bereit, ist sie zuzulassen.
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